„Berliner Mauer“ bringt Wirts-Existenz in Gefahr
Verfasst von herbyhuber am Mai 8, 2008
| „Berliner Mauer“ bringt Wirts-Existenz in Gefahr |
| ST. PANTALEON. Kein Wunder wäre es, wenn die Campingplatzbetreiber und Wirtsleute Christa und Reinhard Vorauer schon von Lärmschutzwänden träumen würden. Offenbar scheinen sie Bauprojekte dieser Art tatsächlich zu verfolgen.
Das Paar fühlt sich nicht nur schikaniert. „Was womöglich auf uns zukommt, kann unsere Existenz gefährden“, sagt Reinhard Vorauer. Seit langem betreibt seine Familie einen Campingplatz samt Gasthaus am Höllerersee in St. Pantaleon. Um das wirtschaftliche Dasein zu sichern, wurde der ehemalige Kirchenwirt dazugekauft. Land&Leute-Leser kennen die Geschichte: Mitten im Ort sollte um den Kirchenwirt eine Art „Berliner Mauer“ – wie es Bürgermeister Herbert Huber beschreibt – gebaut werden. Die Behörde will für die Nachbarn die Errichtung einer vier Meter hohen Mauer. Paradox: Auch die Nachbarn laufen gegen das Ungetüm Sturm. Wer will schon neben einer vier Meter hohen Mauer leben. „So wie es aussieht, konnten wir den Bau der Lärmschutzwand abwenden“, freut sich der Bürgermeister. Wirt soll Schutzwand bauen Noch während die Vorauers zum Aufatmen ansetzen, ist aber schon die nächste Lärmschutzwand im Rennen. Diese soll beim Campingplatz errichtet werden, um die Nachbarn vor dem Lärm auf dem errichteten Spielplatz und der Gäste auf der Terrasse zu schützen. Offenbar sorgt ein jahrelanger Clinch zwischen den Familien für dicke Luft. Die einen wollen vom Betrieb nebenan nicht gestört werden, die anderen fühlen sich durch die Forderung einer Lärmschutzwand – 40 Meter lang, 4 Meter hoch – gehandicapt. „Die Mauer würde 26.000 Euro kosten. Wenn ich die Terrasse zusperren muss, muss ich das Personal ausstellen. Außerdem kann ich aber den Kirchenwirt nicht machen. Mit den Einnahmen hätte ich die Schulden getilgt“, sagt Vorauer. „Eine Lärmschutzwand für einen Spielplatz, wo sich maximal zehn Kinder beschäftigen, das ist die reinste Schikane.“ Auch für Bürgermeister Herbert Huber sind die Forderungen „nicht logisch. Der Gesetzgeber lässt es zu ein Riesenfest zu veranstalten, einem Gewerbetreibenden, der jahraus, jahrein brav Steuern zahlt, steigt er auf die Beine. Ich vermute aber, dass die wahren Hintergründe anderswo begraben sind.“
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