Für Bürgermeister Herbert Huber ist es ein Riesenskandal, dass der Triathlet Franz Höfer aus St. Pantaleon (ASKÖ Bürmoos) nicht bei Olympia dabei ist! Obwohl Höfer die internationalen Kriterien erfüllt hat, darf er lt. Österr.olymp.Komitee nicht starten weil er die österreichischen Kriterien nicht erfüllt hat. Bgm. Huber versuchte auch über Büro LH Pühringer per Intervention etwas zu erreichen. Aber nicht einmal ein Rückruf erfolgte an Huber. Für Franz Höfer war es die letzte Chance, als Weltranglisten 45, bei Olympia dabei zu sein. Ein dunkles Kapitel in der OÖ Sportgeschichte!
http://www.nachrichten.at/regional/innviertel/710572
Wegen Formalfehler ist Innviertler nicht im olympischen Nationalteam
ST. PANTALEON. Selbst beim Bundespräsidenten intervenierte Bürgermeister Herbert Huber. Er ist fassungslos. St. Pantaleons Sportskanone Franz Höfer wurde nicht für die Olympischen Spiele zugelassen.
Von M. Weidenholzer
Huber spricht von einem „dunklen Kapitel in der oberösterreichischen Sportgeschichte“. Er sei von Pontius zu Pilatus, vom Landeshauptmann zum Bundespräsidenten gelaufen, um einen Formalfehler auszumerzen. „In unserer Gemeinde herrscht Entrüstung. Obwohl Triathlet Franz Höfer die internationalen Kriterien erfüllt, darf er laut österreichischem Komitee nicht starten.“
Für Höfer wäre es die letzte Chance, als Nummer 45 der Weltrangliste bei Olympia dabei zu sein. „Dafür ist aber ein eingebürgerter Ungar, die Nummer 46, dabei. Und dafür gibt es keine brauchbaren Erklärungen“, schüttelt der Bürgermeister fassungslos den Kopf.
Beim Heeresleistungssportzentrum in Salzburg kennt man den Grund des Übels: „Höfer hat seit längerer Zeit das internationale Limit für die Olympischen Sommerspiele in Peking erbracht, das entspricht einem Platz unter den Top 55 der Weltrangliste. Das österreichische Komitee setzte das nationale A-Limit auf einen achten Platz bei einem Weltcup-Rennen fest“, schildert der stellvertretende Kommandant Thomas Klochan. Die Deadline für diese Wertungsrennen wurde auf den Triathlon in Hamburg festgelegt. Wegen gesundheitlicher Probleme musste Höfer das Rennen abbrechen. Was der Sportsmann offenbar vergaß: Einen Antrag zu stellen, dass die anschließende Spitzenleistung in Ungarn für die positive Bewertung aufgenommen wird.
Franz Höfer
Franz Höfers Nominierung bei den Olympischen Spielen wäre wünschenswert.
http://www.nachrichten.at/regional/innviertel/710566
Kommentar
Von M. Weidenholzer
Stehaufmanderl
Seit Jahren trainiert er vier bis sechs Stunden pro Tag, um für die Olympischen Spiele in Peking gerüstet zu sein. Das große Ziel kommt immer näher und scheint im Frühjahr wie eine Seifenblase zu platzen. Eine Verletzung setzt Franz Höfer (siehe nächste Seite) trainings- und wettkampftechnisch außer Gefecht. Und jetzt kommt der Clou: Trotzdem konnte der Innviertler seine Leistungen kontinuierlich steigern. Wegen gesundheitlicher Probleme – er musste sich im Wasser dreimal übergeben – musste er in Hamburg aufgeben. Dafür scheint er eine Woche später, in Ungarn, wieder zu seinen Kräften gekommen zu sein. Höfer erreicht mit einem achten Platz nicht nur das geforderte Limit, sondern auch die beste Weltcup-Platzierung der österreichischen Herren in diesem Jahr. Auch andere Sportler können ihre nach der Deadline erreichten Leistungen geltend machen. Ist es gerecht, das ambitionierte Innviertler Stehaufmanderl jetzt wegen eines Formalfehlers auflaufen zu lassen? 