St. Pantaleon (wig). Nicht weniger als 47 Musikkapellen aus Nah und Fern waren vergangenes Wochenende der Einladung des jubilierenden Gastvereines gefolgt: Die Musikkapelle St. Pantaleon feierte ihren 100. Geburtstag mit einem groß angelegten Fest.Erster Höhepunkt war am vergangenen Freitag der Auftritt von Franz Posch im Festzelt, zu dem 2000 Besucher kamen. Am Samstag spielten insgesamt 30 Musikkapellen auf und Tags darauf noch einmal weitere 17. Neun Blasmusikkapellen nahmen am Sonntagvormittag an der Marschwertung teil, wobei viele Kapellen mit der höchsten Wertungsstufe E vertreten waren. Diese, darunter auch der Jubiläumsverein, boten auch ein Showfiguren-Programm am Platz vor dem neuen Gemeindezentrum.Die Musikkapelle St. Pantaleon zählt aktuell 61 aktive Musikerinnen und Musiker, was den höchsten Stand in der Vereinsgeschichte bedeutet. Obmann Anton Knoll, Kapellmeister Manfred Kinzl und nicht zuletzt Bürgermeister Herbert Huber (SPÖ) können stolz auf ihre “Pontigoner Musi” sein.
Oberösterreich mit seinen 483 Kapellen spielt Blasmusik in der obersten Liga mit, war es doch in den letzten fünf Jahren jedes Mal Bundessieger der Marschwertung. Das 3200 Einwohner zählende St. Pantaleon grenzt an Salzburg, und nur die Salzach trennt es von unseren bayerischen Nachbarn.
Lokal
Neue Salzachbrücke
21.03.2006 | SN
Frühestens 2009 wird in St. Pantaleon gebautST. PANTALEON (SN-mack). In Riedersbach, vier Kilometer nördlich der Salzburger Landesgrenze, soll eine zusätzliche Brücke über die Salzach errichtet werden. Mit 1100 Metern wird sie die längste Brücke Oberösterreichs. Frühestens 2009 kann gebaut werden. “Um möglichst wenig Aulandschaft anzutasten, wurde der Korridor vom Kraftwerk im St. Pantaleoner Ortsteil Riedersbach hinüber nach Fridolfing gewählt. Die ganze Au muss überbaut werden, deshalb wird die Brücke so lang”, erklärt Bürgermeister Herbert Huber. “Die 30 Millionen Euro Kosten werden zur Hälfte vom Land Oberösterreich und aus der deutschen Staatskasse finanziert.”Von oberösterreichischer Seite seien sämtliche Vorarbeiten abgeschlossen. “Jetzt warten wir darauf, dass von deutscher Stelle alle Gutachten fertig werden.”
Für die Region bringe die neue Brücke enorme Vorteile. “Viele haben ihren Arbeitsplatz in Fridolfing, müssen jetzt auf die Brücken in Laufen oder Tittmoning ausweichen, was beides einen Umweg von gut 30 Kilometern bedeutet.” Unabhängig von der Realisierung müsse aber ein neues Verkehrskonzept her. “Die Straßensituation im Bezirk Braunau, gerade in Richtung Salzburg, ist inakzeptabel. Nicht nur für die vielen Pendler, sondern auch für Betriebe, die sich bei uns ansiedeln wollen.”
Der Bau in St. Pantaleon dürfe keinesfalls als Konkurrenz zum Brückenprojekt zwischen Oberndorf und Salzburg gesehen werden, sagt Landes-Verkehrsplaner Herwig Schnürer. “Hier sind wir noch auf der Suche nach einem Korridor und müssen klären, ob zwei- oder vierspurig gebaut wird. Außerdem wären massive Flussbaumaßnahmen nötig, um die Fließgeschwindigkeit der Salzach zu reduzieren. Sie gräbt sich sonst noch tiefer ein.”
Mit einem großen Fest wurden zwei neue Triebwagen der Lokalbahn in Trimmelkam getauft und offiziell in Betrieb genommen.
TRIMMELKAM.Zwei nagelneue Triebwagengarnituren zum Stückpreis von 2,36 Millionen Euro wurden in Trimmelkam ihrer Bestimmung übergeben. “Hausherr” Herbert Huber, Bürgermeister von St. Pantaleon, konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, die wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Erwerbs der beiden Triebwagen hatten. Auf oberösterreichischer Seite war es LHStv. Erich Haider, aus dessen Ressort der Triebwagen “Land Oberösterreich” finanziert wurde. Salzburgs Vertreter waren LR Walter Blachfellner und der Vorstandssprecher der Salzburg AG, Arno Gasteiger. Als “Mitfinanciers” des zweiten Triebwagens mit Namen “Oberinnviertel” fungierten die fünf Gemeinden Ostermiething, Franking, Haigermoos, Tarsdorf und St. Radegund. Daraus resultiert die Namensgebung.
Nicht nur für die Politiker, sondern vor allem für die Fahrgäste der Lokalbahn war es ein großer Tag. Rund dreieinhalb Millionen Pendler jährlich profitieren von dem verbesserten Angebot.
Die Salzburger Lokalbahn erhält vom Land Oberösterreich einen jährlichen Zuschuss von über 700.000 Euro, da viele ober-österreichische Pendler die komfortable Lokalbahn dem eigenen Pkw vorziehen. Zu den Stoßzeiten verkehren die modernen LB-Garnituren zwischen Salzburg und Trimmelkam im Viertelstundentakt, ansonsten zwischen 5 und 24 Uhr im Halbstundentakt.
Willi Gstöttner
Vandalenakte Jugendlicher machen Gemeinden und Polizei das Leben schwer. Vor allem die Besucher von Discopartys hinterlassen eine Spur der Verwüstung.MARIA MACKINGERSalzburg (SN). Bei der jüngsten Konferenz der Flachgauer Bürgermeister war es das Thema: Jugendliche, die öffentliches Eigentum zerstören. “Die gibt es offenbar in fast jeder Gemeinde”, sagt der Hallwanger Ortschef Helmut Mödlhammer dazu.Ende März hatten sich, die SN berichteten, in Anif mehrere 14-Jährige als Graffitikünstler ausgetobt und 2500 Euro Schaden angerichtet. Sie konnten inzwischen ausgeforscht werden. “Wir werden gemeinsam mit ihnen und ihren Eltern eine Lösung finden”, sagt Bgm. Hans Krüger. Die Polizei habe Anzeige erstattet. “Wenn die Burschen Wiedergutmachung etwa durch eine Mitarbeit im Seniorenheim leisten, ist die Sache erledigt.”Die offizielle Eröffnung des neuen Bürmooser Freizeitparks liegt erst wenige Tage zurück und schon wurden die ersten Vandalenakte an Spielgeräten verübt. Martin Seeleithner: “Mitarbeiter des Wachdienstes kontrollieren immer wieder. Trotzdem ziehen sich die Jugendlichen dort zurück, um sich am helllichten Tag zu betrinken. Das muss den Eltern doch auffallen.”
Wenige Kilometer entfernt in St. Pantaleon muss der Kinderspielplatz nun vorübergehend gesperrt werden, weil sämtliche Einrichtungen demoliert wurden. Schadenssumme laut Bgm. Herbert Huber: bis zu 5000 Euro.
7000 Euro hat die Stadt Seekirchen in zwei Monaten bezahlt, um Laternen und Verkehrsspiegel auf einem Straßenabschnitt vor einem Lokal zu erneuern. “Ist alles gerichtet, wird es bald wieder kaputtgemacht”, sagt Bgm. Hans Spatzenegger.
“Es ist leider nichts mehr sicher vor jugendlichen Vandalen-akten”, sagt sein Amtskollege Matthias Hemetsberger aus Seeham. Dort konnten jüngst Teenager ausgeforscht werden, die im Strandbad gewütet hatten. Als Ersatzleistung mussten sie die Stühle der Seebühne streichen. Hemetsberger: “Das wahre Problem unserer Region sind aber die zahlreichen Discopartys.” Das bestätigt auch Roland Jäger vom Bezirkspolizeikommando Salzburg-Umgebung. “Für die Dienst habenden Kollegen ist das wie in den Krieg zu ziehen.”
Bei einem Fest in Henndorf im April sei es fast im Minutentakt zu Vorfällen gekommen. “Es ist immer dasselbe: Erst wird getrunken, dann geschlägert.” Auf dem Weg nach Hause würden Autokennzeichen gestohlen, Antennen und Scheibenwischer abgebrochen, Straßenlaternen demoliert, Begrenzungspfosten herausgerissen. “Jugendliche legen sich auf die Straße, um das voll besetzte Bustaxi zum Stehenbleiben zu zwingen. Sie können nicht mehr zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.”
Würde die Einhaltung der Auflagen genauer kontrolliert, würden sich viele die Organisation einer solchen Discoparty nicht mehr antun, glaubt Jäger. “Es gibt zu viele Gäste und zu wenig Security-Mitarbeiter, zu viel Alkohol und zu wenig Taxis.”
Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt: “Dass Jugendliche ihre Grenzen ausloten wollen, hat es immer gegeben. Früher hat man das Lausbubenstreiche genannt. Heute senkt Alkohol die Hemmschwelle, es gibt immer mehr Feste und Gelegenheiten, billig viel zu trinken.” Doch nicht nur das Angebot sei das Problem, den Jugendlichen fehle es zu oft auch an familiärem Rückhalt.
Lokal
Ein Bergwerk im Keller als Hobby
25.01.2007 | SN
Robert Tkauz hat sich in seinem Keller ein Bergbau-Museum eingerichtet. Stollen-Feeling inklusive. Nur seine Frau war anfangs wenig begeistert.MARIA MACKINGERST. PANTALEON (SN). Auf die Idee, dass sich im Keller seines Neubaus ein Mini-Bergwerk befinden könnte, kommt niemand, der Robert Tkauz besucht. “Das war so natürlich auch nicht geplant. Meine Frau war anfangs gar nicht glücklich, weil ich ihr nur einen Kellerraum als Abstellkammer übrig gelassen habe”, sagt der 39-jährige aus St. Pantaleon - jener oberösterreichischen Grenzgemeinde, in der von 1947 bis 1993 Braunkohle durch die Salzachkohlebergbau-Gesellschaft (SAKOG) abgebaut wurde. “Ich hatte im Alter von 15 bis 17 Jahren dort gearbeitet, das war ein Abenteuer”, sagt Tkauz.Bürgermeister Herbert Huber (SPÖ) erklärt: “Ohne die SAKOG gäbe es heute keine Lokalbahn bis Trimmelkam. Zu Spitzenzeiten arbeiteten 1021 Menschen hier. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich durch den Zuzug in kurzer Zeit auf mehr als 3000.” Dennoch erinnert 14 Jahre nach der Schließung kaum noch etwas an das frühere Bergwerk. “Oberirdisch wurde fast alles abgetragen, die Stollen brachen ein oder wurden aufgefüllt”, sagt Huber. Das Bestreben, ein Bergbau-Museum zu installieren, sei an der Finanzierungsfrage gescheitert.Als er vor zwei Jahren im Schulbuch seines Sohns einen Text über ein Bergwerk entdeckte, dort aber keine Zeile über St. Pantaleon las, hatte Tkauz die Idee für sein Keller-Museum.
Auf etwa 90 m hat er seitdem alles gesammelt, was mit der Bergbaugeschichte des Orts zusammenhängt. “Anfangs war es schwierig, denn bei der Schließung des Werks wurde das Interieur in alle Winde verstreut. Alle konnten sich bedienen. Je mehr Leute von meinen Plänen wussten, desto öfter wurden mir Erinnerungsstücke vorbeigebracht. “
Viele Hauptschulklassen hätten sich das Bergbau-Museum bereits angesehen. Selbst Stollen-Feeling kommt beim Durchgehen auf. “Man soll sich wenigstens ansatzweise vorstellen können, was es bedeutete, unter Tag zu arbeiten.” Trotzdem sei es kein reines SAKOG-Museum. “Im benachbarten Ortsteil Wilds-hut wurde schon 250 Jahre vorher Kohle abgebaut. Auch das fließt in die Sammlung ein.”
Tkauz fände es “schade, wenn irgendwann Kinder aus der Gemeinde nicht mehr wissen, dass es hier einmal ein Bergwerk gab. Obwohl ihre Väter und Großväter dort gearbeitet haben”.
Lokal
Ärger und Frust an der SPÖ-Parteibasis
10.01.2007 | SN
Die Empörung unter SPÖ-Funktionären ist groß. Viele protestieren gegen den Koalitionspakt mit der ÖVP und verlangen neue Verhandlungen.Salzburg (SN-höd, tau). In der Salzburger Landesparteizentrale und anderen Parteibüros gab es am Dienstag Protestanrufe in Serie. Viele Anrufer drohten mit Parteiaustritt. “Ich hab’ keine einzige positive Stellungnahme bekommen”, sagte der Chef der roten Gewerkschafter im Bundesland, Walter Androschin. Der Unmut über die Ressortverteilung in der Bundesregierung sei sehr groß.Androschin selbst sprach von “Wahnsinn”: “Was uns Gewerkschafter besonders erzürnt, ist, dass die von Schwarz-Blau zusammengelegten Ressorts Wirtschaft und Arbeit nicht getrennt wurden.”"Jetzt heißt es nachverhandeln oder Minderheitsregierung”, fordert der SPÖ-Bürgermeister von St. Pantaleon und Gewerkschaftssekretär Herbert Huber. Er hat aus Protest gegen eine “schwarze Regierung, die sich einen roten Bundeskanzler hält”, seine Parteimitgliedschaft “ruhend” gestellt und will auch keine Beiträge mehr zahlen. Huber sieht Wahlversprechen gebrochen und junge Wähler verprellt.
Auch der Salzburger Stadtpartei-Geschäftsführer Wolfgang Gallei hält die Regelung der Studiengebühren mit Sozialarbeit für falsch: “Ich habe selbst als Zivildiener Hintern geputzt, das hat seinen Wert, aber man soll es nicht verknüpfen.”
Die Jungen Sozialdemokraten (Jusos) fordern nicht nur wegen des “Umfallers” bei den Studiengebühren Nachverhandlungen. Junggewerkschafter Gerald Forcher kritisiert diese Sozialarbeit als “modernes Sklaventum”.
Kritik hagelt es weiter von den sozialistischen Studierenden (VSStÖ). “Ich finde es schockierend, dass jemand Wahlversprechen bricht, noch bevor er Bundeskanzler ist”, sagt Veronika Gabler, Studentenvertreterin und Frauenreferentin der Hochschülerschaft (ÖH). “Wie sehr die SPÖ umgefallen ist, das muss ihr erst mal jemand nachmachen.” Bildung und Wissenschaft hätten in einem SPÖ-Ministerium vereint werden sollen, sagt Gabler. Bei vielen mache sich auch die Überzeugung breit, dass die SPÖ von der ÖVP ausgetrickst worden sei. Die Aussagen der SPÖ-Verhandler, dass das Programm wichtiger sei als Ministerposten, will Karin Beer, SPÖ-Mitglied und AK-Mitarbeiterin, nicht akzeptieren. “Das ist ein Schönreden. Die Politik, die im Detail gemacht wird, hängt vor allem vom Minister ab.”
Die Vergabe von Schlüsselressorts an die ÖVP sei ein “Schönheitsfehler”, sagt auch der ehemalige Strobler Vizebürgermeister Hans Baier. Beschlüsse müssten im Ministerrat aber ohnehin einstimmig gefällt werden. “Man muss jetzt das Beste aus der Situation machen und der Regierung eine Chance geben.”
Lokal
“Wollen keine Mauer im Dorf”
16.11.2006 | SN
Eine vier Meter hohe Wand soll Anrainer vor dem Lärm des neuen Dorfwirtshauses in St. Pantaleon schützen. Dabei will gar niemand geschützt werden.MARIA MACKINGERST. PANTALEON (SN). “Sollte sich an der Entscheidung, dass ich die Mauer dazu bauen muss, nichts mehr ändern, baue ich kein Wirtshaus. Ganz abgesehen von den Kosten: Ich verschandle doch nicht das Ortsbild.”Reinhard Vorauer plant, in St. Pantaleon ein neues Dorfwirtshaus mit Festsaal und Kegelbahnen zu errichten. In der Bevölkerung sei die Freude darüber groß gewesen, “schließlich gibt es seit Herbst 2004, als der Gasthof zur Linde zusperrte, bei uns kein Dorfwirtshaus mehr”, sagt Vorauer. Im vergangenen Jahr kaufte er das baufällige Wirtsgebäude im Ortszentrum und ließ es im Juli wegreißen. Seit September hat er die Genehmigung für den Neubau, Weihnachten 2007 soll eröffnet werden.Doch jetzt laufen die Anrainer Sturm, weil Vorauer aus Lärmschutzgründen neben der Gaststätte eine vier Meter hohe und 25 Meter lange Mauer errichten muss. “Dabei wollen die betroffenen Anrainer, die man schützen will, diesen Schutz gar nicht.”
Nachbarin Anna Malits habe “bei einer Bauverhandlung vom Mauerbau direkt vor meinem Küchenfenster” erfahren. “Meine Familie wird hier zwangsbeglückt. Wir haben jahrelang neben dem alten Wirtshaus gelebt, wir sind an den Geräuschpegel von zu- und wegfahrenden Autos gewöhnt. Uns braucht man nicht zu schützen.”
Auf der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Braunau sieht man das anders: “Auch wenn die Nachbarn sich gegen die Lärmschutzwand aussprechen: Sie muss gebaut werden”, sagt Raimund Schwarzmayr. Ein lärmtechnisches Gutachten habe ergeben, dass die Anrainer durch das zukünftige Wirtshaus einer hohen Lärmbeeinträchtigung ausgesetzt wären. “Eine Gefährdung der Bevölkerung muss vermieden werden. Der Wirt möchte schließlich bis vier Uhr früh offen haben.” “Auf Schutz verzichten geht nicht” Es sei rechtlich unerheblich, ob die Nachbarn die Wand wollten oder nicht, denn: “Der Verzicht auf eine Schutzmaßnahme ist nicht möglich. Will Herr Vorauer das Gasthaus bauen, muss er die Wand dazuerrichten.”
Bgm. Herbert Huber (SPÖ) fände es “schrecklich, sollte die Mauer gebaut werden. Ein Gesetz gegen die Menschen zu verwenden, ist unsinnig. Es wird hier offenbar kein Unterschied zwischen Dorf und Stadt gemacht. Auf dem gleichen Platz stand jahrzehntelang ein Wirtshaus - ohne Extra-Mauer. Und das hat auch keinen gestört.”
Reinhard Vorauer, der schon jetzt am zwei Kilometer entfernten Höllerersee einen Gasthof betreibt, werde auf der BH um Bescheidänderung ansuchen. “Mit Mauer kein Wirtshaus - ich bleibe dabei.”
Lokal
“Die Schule muss im Dorf bleiben”
15.05.2006 | SN
Unterschriftenaktion nach Neubau-Stopp, nun droht sogar SchließungST. PANTALEON (SN-mack). 13 Jahre alt ist der Beschluss der oö. Landesregierung für den Volksschul-Neubau in St. Pantaleon. Trotz fertiger Pläne: Gebaut wurde nie.Und das, obwohl die Zustände im alten Gebäude einen zeitgemäßen Unterricht nicht mehr erlauben. Ausspeisung und Werkunterricht finden aus Platzgründen in der Garderobe statt, es gibt keinen Pausenraum, die Sanitär-Anlagen sind völlig veraltet.”2004 wurde das Projekt Neubau neben der Hauptschule gestoppt”, sagt Bürgermeister Herbert Huber. Wegen sinkender Schülerzahlen liegen unterdessen nun sogar Pläne vor, die vierklassige Volksschule zu schließen und dafür die zweite Gemeindevolksschule im fünf Kilometer entfernten Riedersbach auszubauen. “Keine ideale Lösung”, sagen die Elternvertreter Isolde Mrwa und Wolfgang Pfeil, die eine Unterschriftenaktion starteten. “In St. Pantaleon entstehen zahlreiche neue Wohnungen, viele ziehen hierher, weil es im Dorf eine Volksschule gibt. Die Schülerzahl wird sich im Gegensatz zu jener in Riedersbach bis 2010 um 20 Prozent erhöhen. Es wäre gescheiter, in St. Pantaleon ein Schulzentrum zu bauen.”
Ortschef Huber hofft, dass das Land Oberösterreich beim Schulbaugipfel im Juni entscheidet.
Lokal
Neue Salzachbrücke
21.03.2006 | SN
Frühestens 2009 wird in St. Pantaleon gebautST. PANTALEON (SN-mack). In Riedersbach, vier Kilometer nördlich der Salzburger Landesgrenze, soll eine zusätzliche Brücke über die Salzach errichtet werden. Mit 1100 Metern wird sie die längste Brücke Oberösterreichs. Frühestens 2009 kann gebaut werden. “Um möglichst wenig Aulandschaft anzutasten, wurde der Korridor vom Kraftwerk im St. Pantaleoner Ortsteil Riedersbach hinüber nach Fridolfing gewählt. Die ganze Au muss überbaut werden, deshalb wird die Brücke so lang”, erklärt Bürgermeister Herbert Huber. “Die 30 Millionen Euro Kosten werden zur Hälfte vom Land Oberösterreich und aus der deutschen Staatskasse finanziert.”Von oberösterreichischer Seite seien sämtliche Vorarbeiten abgeschlossen. “Jetzt warten wir darauf, dass von deutscher Stelle alle Gutachten fertig werden.”Für die Region bringe die neue Brücke enorme Vorteile. “Viele haben ihren Arbeitsplatz in Fridolfing, müssen jetzt auf die Brücken in Laufen oder Tittmoning ausweichen, was beides einen Umweg von gut 30 Kilometern bedeutet.” Unabhängig von der Realisierung müsse aber ein neues Verkehrskonzept her. “Die Straßensituation im Bezirk Braunau, gerade in Richtung Salzburg, ist inakzeptabel. Nicht nur für die vielen Pendler, sondern auch für Betriebe, die sich bei uns ansiedeln wollen.”
Der Bau in St. Pantaleon dürfe keinesfalls als Konkurrenz zum Brückenprojekt zwischen Oberndorf und Salzburg gesehen werden, sagt Landes-Verkehrsplaner Herwig Schnürer. “Hier sind wir noch auf der Suche nach einem Korridor und müssen klären, ob zwei- oder vierspurig gebaut wird. Außerdem wären massive Flussbaumaßnahmen nötig, um die Fließgeschwindigkeit der Salzach zu reduzieren. Sie gräbt sich sonst noch tiefer ein.”
Lokal
Ringen um neue Salzachbrücke
07.07.2005 | SN
Bayern und Salzburg sind sich einig: Eine neue Salzachbrücke zwischen Salzburg und Oberndorf muss her. Ähnliche Pläne gibt es in Oberösterreich.Salzburg (SN-inca). Seit Jahren wird über eine neue Salzachbrücke für den Kfz-Verkehr zwischen Salzburg und Oberndorf diskutiert. Jetzt verstärken Lokalpolitiker in Salzburg und Bayern den Druck auf die Entscheidungsträger in Salzburg und München. In einer Resolution fordern sie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.”Mögliche Anbindungen für einen Übergang gibt es in Siggerwiesen, nördlich von Fürwag oder Weitwörth”, sagt Verkehrsplaner Herwig Schnürer vom Land Salzburg. Prognosen besagen, dass täglich 7000 bis 8000 Fahrzeuge über die neue Brücke rollen würden. “Sie wäre ein Ersatz für die Verbindung zwischen Oberndorf und Laufen. Die beiden historischen Stadtkerne würden entlastet.” Über diese Brücke fahren derzeit täglich bis zu 8000 Fahrzeuge.Ähnliche Pläne werden in Oberösterreich gewälzt. Dort ist man weiter. Eine Machbarkeitsstudie weist eine Brücke von St. Pantaleon nach Fridolfing aus. Geplanter Baubeginn ist 2010. Experten schätzen, dass 2015 täglich 3800 Fahrzeuge die Brücke queren werden, sagt Ortschef Herbert Huber von St. Pantaleon. “Wenn wir nicht bauen, steigt die Zahl der Fahrten über die Brücke Oberndorf/Laufen auf 11.500.” Denn zwischen Freilassing und Burghausen (D) gibt es nur zwei Brücken für den Kfz-Verkehr. Jene in Oberndorf/Laufen und jene in Tittmoning/Ostermiething. Wie schnell Brücken zum Nadelöhr werden, weiß Bürgermeister Peter Schröder aus Oberndorf (SPÖ): “Die Brücke in Tittmoning ist derzeit gesperrt. Pfeiler wurden unterspült. Unsere Salzachbrücke wird saniert. In der Früh und gegen Abend bilden sich vermehrt Staus.” An Freitagen und Samstagen sei es schlimm, sagt Trafikantin Anna Hietl: “Da steht die Blechschlange bis zur Oberndorfer Kirche zurück.”
In der zweijährigen Bauzeit müssen die Pendler noch häufig mit einer halbseitigen Verkehrsführung auf der Brücke rechnen. An einzelnen Wochenenden und in manchen Nächten wird die Brücke komplett gesperrt.
Lokal
Angst vor “Feuerteufel”
04.02.2004 | SN
Aufregung über Brandserie in St. PantaleonST. PANTALEON (SN). In St. Pantaleon (Bezirk Braunau) steigt die Angst vor unbekannten Brandstiftern. Seit November brannten wiederholt Mistkübel und Zeitungsständer. Am Sonntagmorgen brannte erstmals eine Garage. Alle Brände spielten sich in der Nähe des Wohnhauses des stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr Trimmelkam ab. Jetzt ermitteln Kriminalisten. Sektorenstreifen seien rund um die Uhr im Einsatz, versichert Bürgermeister Herbert Huber.
Lokal
St. Pantaleon tilgt Spuren aus
21.06.2003 | SN
Abriss der “Hängebrücke” beantragt - Jetzt ist dasST. PANTALEON (SN-marb). Die Gemeinde St. Pantaleon knapp hinter der Landesgrenze in Ober-österreich ist dabei, die Spuren des Braunkohle-Bergbaues in Trimmelkam zu entfernen.Vor 14 Tagen hat das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur grünes Licht für den Abriss der Schachtanlage erteilt, die im Volksmund “Hängebrücke” genannt wird. Der Denkmalschutz für die Industrieruine aus den 50er Jahren wurde per Bescheid aufgehoben.
“Die Schachtanlage in ihrem heutigen Zustand ist ein Schandfleck”, sagt Bürgermeister Herbert Huber (SPÖ). Noch können die Schubraupen nicht auffahren. Das Bundesdenkmal amt hat zwei Wochen Zeit, gegen den Bescheid zu berufen.
Huber sucht inzwischen einen Partner, der der Gemeinde bei der Finanzierung des Abbruches und bei der Verwertung des Grundes hilft. Die Kosten für den Abriss werden auf 200.000 bis 500.000 Euro geschätzt.
In einer anderen Sache ist die Gemeinde weiter: Bis vor wenigen Monaten nutzte die Lokalbahn das ehemalige Umspannwerk der Salzburger Kohlegesellschaft (SAKOG). Seit der Umspanner für die Stromversorgung in den neuen Bahnhof übersiedelt ist, wird das alte Gebäude nicht mehr genutzt. Die Entsorgung der alten Trafo-Anlage wurde schon veranlasst.
Für die künftige Nutzung des Umspannwerkes interessieren sich drei “potente Bewerber” (Huber). Welche Firma zum Zug kommt, will die Gemeinde am 30. Juni beschließen.
Lokal
Die 60 Mill. S holt keiner ab
05.09.1998 | SN
SALZBURG (SN-zak). Wenn es mit der Salzburger Lokalbahn so weitergehe, komme sie unter die Räder. Das sagen AK-Vizepräsident Walter Androschin, Bgm. Herbert Huber von der Anrainer-Gemeinde St. Pantaleon (OÖ) sowie Vertreter der Fahrgastinitiative (FI). Der Grund seien die Einsparungen, die auf Basis der INFORA-Studie geplant sind. Unter anderem sollen die Schaffner abgeschafft werden. Die Studie sei unseriös, sagt FI-Sprecher Peter Haibach. Denn das Problem seien nicht die Betriebs-, sondern die Infrastrukturkosten. Ärger gibt es auch, weil in den Ländern Salzburg und Oberösterreich zwar je 30 Mill. S für neue Triebwägen bereit liegen, die Stadtwerke als Bahn-Betreiber die Fahrzeuge aber nicht bestellt. “Zuletzt mußten auf der wichtigen Nahverkehrsstrecke wegen Engpässen einige Wochen sogar historische Garnituren aus 1907 eingesetzt werden”, so Haibach. Solange es keine Einigung über die Finanzierung des jährlichen Abganges von knapp 70 Mill. S gebe, werden keine neuen Triebwägen bestellt, sagt Stadtwerke-Direktor Jörn Kaniak. Er wirft Haibach und Co. Unwissenheit vor. “Die schaden der Bahn, nicht wir.” Neuerliche Gespräche mit einem deutschfranzö-sischen Konzern bezüglich Verkauf der Lokalbahn oder Beteiligung bestätigte Kaniak. Konkretes gebe es aber nicht.
Lokal
Proteste gegen Müllverbrennung
10.08.2000 | SN
SALZBURG (SN). Heftige Proteste gab es Mittwoch nach einem SN-Bericht, wonach die Salzburg AG in die Müllverbrennung einsteigen wolle und dessen Vorstandsmitglied Manfred Irsigler Riedersbach für einen guten Standort halte. Herbert Huber, Bürgermeister von St. Pantaleon, sagte, seine und die Nachbargemeinden würden sich gegen diese Pläne wehren. Der Bergheimer Nationalrat Hermann Böhacker (FPÖ), betonte, dass auch Siggerwiesen nicht als Standort für einen Müllofen in Frage komme. Salzburg-AG-Vorstandssprecher Arno Gasteiger betonte, die Gesellschaft plane kein Engagement im Müllgeschäft. Irsigler habe eine Privatüberlegung angestellt, die sich nicht mit den aktuellen Zielen des Unternehmens deckten.
Lokal
Ein Bergwerk im Keller als Hobby
25.01.2007 | SN
Robert Tkauz hat sich in seinem Keller ein Bergbau-Museum eingerichtet. Stollen-Feeling inklusive. Nur seine Frau war anfangs wenig begeistert.MARIA MACKINGERST. PANTALEON (SN). Auf die Idee, dass sich im Keller seines Neubaus ein Mini-Bergwerk befinden könnte, kommt niemand, der Robert Tkauz besucht. “Das war so natürlich auch nicht geplant. Meine Frau war anfangs gar nicht glücklich, weil ich ihr nur einen Kellerraum als Abstellkammer übrig gelassen habe”, sagt der 39-jährige aus St. Pantaleon - jener oberösterreichischen Grenzgemeinde, in der von 1947 bis 1993 Braunkohle durch die Salzachkohlebergbau-Gesellschaft (SAKOG) abgebaut wurde. “Ich hatte im Alter von 15 bis 17 Jahren dort gearbeitet, das war ein Abenteuer”, sagt Tkauz.Bürgermeister Herbert Huber (SPÖ) erklärt: “Ohne die SAKOG gäbe es heute keine Lokalbahn bis Trimmelkam. Zu Spitzenzeiten arbeiteten 1021 Menschen hier. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich durch den Zuzug in kurzer Zeit auf mehr als 3000.” Dennoch erinnert 14 Jahre nach der Schließung kaum noch etwas an das frühere Bergwerk. “Oberirdisch wurde fast alles abgetragen, die Stollen brachen ein oder wurden aufgefüllt”, sagt Huber. Das Bestreben, ein Bergbau-Museum zu installieren, sei an der Finanzierungsfrage gescheitert.Als er vor zwei Jahren im Schulbuch seines Sohns einen Text über ein Bergwerk entdeckte, dort aber keine Zeile über St. Pantaleon las, hatte Tkauz die Idee für sein Keller-Museum.
Auf etwa 90 m hat er seitdem alles gesammelt, was mit der Bergbaugeschichte des Orts zusammenhängt. “Anfangs war es schwierig, denn bei der Schließung des Werks wurde das Interieur in alle Winde verstreut. Alle konnten sich bedienen. Je mehr Leute von meinen Plänen wussten, desto öfter wurden mir Erinnerungsstücke vorbeigebracht. “
Viele Hauptschulklassen hätten sich das Bergbau-Museum bereits angesehen. Selbst Stollen-Feeling kommt beim Durchgehen auf. “Man soll sich wenigstens ansatzweise vorstellen können, was es bedeutete, unter Tag zu arbeiten.” Trotzdem sei es kein reines SAKOG-Museum. “Im benachbarten Ortsteil Wilds-hut wurde schon 250 Jahre vorher Kohle abgebaut. Auch das fließt in die Sammlung ein.”
Tkauz fände es “schade, wenn irgendwann Kinder aus der Gemeinde nicht mehr wissen, dass es hier einmal ein Bergwerk gab. Obwohl ihre Väter und Großväter dort gearbeitet haben”.
Lokal
St. Pantaleon errichtet Mahnmal für Naziopfer
23.03.2000 | SN
ST. PANTALEON (SN). St. Pantaleon gedenkt der Opfer des ehemaligen “Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelagers” Weyer. 400 bis 500 Personen wurden von Juni 1940 bis September 1941 zur Arbeit bei der Moosach-Regulierung gezwungen. Wieviele den Tod fanden, lässt sich nicht genau sagen: Kurz vor Kriegsende wurden alle Unterlagen vernichtet. Das Mahnmal soll an der Moosach (Grenze zu St. Georgen) errichtet werden. Finanzierungssorgen plagen Bgm. Herbert Huber (SPÖ) nicht: Neben dem Land Oberösterreich und dem Dokumentationsarchiv will auch das Innenministerium seinen Teil beitragen. Einweihung: 17. Juni.